Reinhard Kocznar, Schriftsteller  
Die Erstickung
Die Erstickung
Thriller

Edition KoCheck, 2011, Hardcover, 768 Seiten
€ 18,50
ISBN 978-3-9502628-3-4


 

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Vor Tagesanbruch - Thriller

Cajus M. Netzer

eigentümlich frei

Die Erstickung

"Die Erstickung" ist ein Thriller, der in naher Zukunft spielt. In dieser sind die EU-Staaten zu gesundheitstotalitären Wohlfahrtsstaaten geworden. Über RFID-Chips werden die Einkäufe jedes Bürgers überwacht. Wer zu viel Alkohol kauft, bekommt besuch von der Sozialversicherung. Die Berufsausübung ist nur mit Unbedenklichkeitsbescheinigung möglich, sogar Freiberufler sind bei ihrer Tätigkeit strikt an die Einhaltung von Prozessen gebunden, die ihnen von Behörden vorgegeben werden.

Der Protagonist, ein freiberuflicher "Datenschnüffler", erhält den Auftrag, eine verschwundene Frau aus einer einflussreichen Familie zu suchen. Diese wurde zuletzt nahe der französisch-spanischen Grenze gesehen. Südeuropa ist durch Klimaveränderungen weitgehend zur Wüste geworden. In dieser Region sammeln sich diejenigen, die der Bevormundung entfliehen wollen, oder die nichts mehr zu verlieren haben. Der Protagonist, der der erdrückenden Bevormundung in Mitteleuropa zumindest teilweise entkommen will, nimmt den Auftrag an.

Den Hauptteil des Buches bildet dann die Beschreibung dessen, wie er im Grenzgebiet viele Abenteuer erlebt, zeitweise aktiver Bürgerkriegsteilnehmer wird, immer wieder in Lebensgefahr gerät und dabei versucht, seinen eigentlichen Auftrag zu erfüllen. Er stellt fest, dass dieses Leben ihm trotz der Gefahren und Unannehmlichkeiten mehr entspricht als das im behüteten Wohlfahrtsstaat.

Die Darstellung, wohin ausufernder Verbraucherschutz und Antidiskriminierung führen können, ist stellenweise fast satirisch: Bäume im Außenbereich eines Restaurants versehen mit Warnhinweisen, dass sich in Bäumen auch Insekten aufhalten können. Oder ein Bordell, in dem Prostituierte gleichartig weite Umhänge tragen, damit die Gäste nicht die älteren oder weniger attraktiven diskriminieren. Für norddeutsche Leser bremsen die häufigen Austriazismen manchmal den Lesefluss. Dennoch ist es ein anregender Thriller, dessen Lektüre sich lohnt.

Cajus M. Netzer

 

 

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Reinhard Kocznar, Innsbruck
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  Bearbeitet im August 2011, FotografieKocznar, VersicherungsmaklerKoCheck Communications