Reinhard Kocznar, Schriftsteller  
Draculina
Draculina. Ein erotischer Thriller.

Edition KoCheck
128 Seiten, € 13,50
ISBN 978-3-9502628-0-3

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Draculina - ein erotischer Thriller

Leseprobe

„Leonie“, sagte Doris beschwichtigend, „quäle dich nicht, es ist bald vorbei.“

„Quäle dich nicht“, äffte Leonie sie nach, „du dämliche Fotze.“

„Wir knebeln dich, wen du keine Ruhe gibst“, beschied ich ihr, „und das ist noch nicht alles. Wir werden tun, was getan werden muss.“

Der Wind blies nun ziemlich stark, wobei der Nebel über dem Wasser stetig anstieg. Das war ein eigenartig anmutendes Kunststück. Leonie hockte nun ruhig am Geländer, hin und wieder zuckte sie heftig und riss mit aller Kraft daran. Wir saßen da und zählten die Minuten. Die flossen langsam, und nach und nach ließ der Wind wieder nach.

Nun musste sie kommen. Sie musste ein Boot nehmen, und in dem würde sie Höllenängste ausstehen. Ich sah nach oben, die Sterne waren nicht mehr erkennbar. Ständig plätscherte etwas unter uns oder draußen im See.

„Da“, flüsterte Doris und zeigte nach Norden.

Da der Nebel nun ziemlich dicht war konnten wir die Himmelsrichtungen nur mehr an den Merkmalen der Plattform bestimmen. Es war die Richtung, in der der Steg mit den Booten lag. Da war wirklich etwas, ein dunkler Schatten, und er war schon ziemlich nahe.

„Kümmert euch um Leonie“, befahl ich, „und bringt sie zum Schweigen, falls es wieder losgeht.“

„Keine Sorge“, sagte ihr Bruder, „wir machen das.“

Er zog seinen Gürtel aus der Hose, Doris nahm die Decke, die auf der Armbrust gelegen hatte. Ich nahm die Armbrust, verfluchte mich, dass ich nicht mehr damit geübt hatte als noch Zeit war und überprüfte meine beiden Reservepfeile. Leonie schien wieder eingeschlafen zu sein, die beiden kauerten am Boden und beobachteten sie.

„Das ist nahe genug“, sagte ich zu dem Schatten, „lassen wir es dabei.“

„Leonie?“ fragte eine volltönende, erotisch wirkende Frauenstimme, „Georg? Ich komme zu euch. Vertragen wir uns wieder, ich nehme euch nichts übel. Seid vernünftig.“

„Ich wiederhole mich nicht gern“, kommentierte ich, „was ich hier habe wird Ihnen nicht schmecken.“

„Ach“, wandte sie sich an mich, „Sie sind der einfallsreiche Gefährte Leonies? Ich wollte Sie schon lange kennen lernen. In ein paar Minuten sind wir die besten Freunde. Lassen sie mich an Bord kommen.“

Ich fühlte die Armbrust in meiner Hand, dachte an den Pfeil, der meine Fingerabdrücke trug, was den Kriminalisten große Freude bereiten würde, und begann, mich von meiner bürgerlichen Laufbahn zu verabschieden. Ich legte an. Der Pfeil schwirrte hinaus in den Nebel und verschwand im Schatten.

 

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  • Dienstag, 18. Mai 2010
    19:00, Vernissage Galerie Nothburga, Innsbruck

Einführung zu Miroslaw Mizera (Fotografie) von Reinhard Kocznar


 

 

 
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  Bearbeitet im Februar 2010, FotografieKocznar, VersicherungsmaklerKoCheck Communications