Reinhard Kocznar, Schriftsteller  
Draculina
Draculina
Ein erotischer Thriller

Edition KoCheck, 128 Seiten, € 13,50
ISBN 978-3-9502628-0-3
Februar 2008
 

Weiters:

Draculina, ein erotischer Thriller

hyperiondeathbionics

Ein herzerfrischend anderer Weg

Von Thomas Baldauf

 

Zur endlosen Flut an gothischen, wehmütig-verklärten und einander immer gleichenden Vampirromanen, welche in Wort und Inhalt versuchen, sich ganz und gar der Vergangenheit anzupassen, beziehungsweise, falls in der Gegenwart angesiedelt, in Ausdruck und Satzbau doch „viktorianisch“ und alt wirken wollen (was natürlich ebenfalls seine Berechtigung hat), stößt nun ein bemerkenswerter Roman namens „Draculina“ von Reinhard Kocznar.

Fernab jedes klassischen Clichés moderner „schwarzer Undergroundliteratur“ geht Kocznar einen herzerfrischend anderen Weg, zeichnet Charaktere und Schauplätze, die es genauso wirklich gibt und lässt seine namenlose Hauptfigur, welche uns die Geschichte in der ersten Person erzählt (mit Ausnahme von Tagebucheintragungen und Berichten), in rasendem Tempo einen Handlungskomplex, welcher im Hier und Jetzt angesetzt ist, durchleben, der uns das Buch verschlingen, aussaugen lässt. Spannung, Erotik und smarter Humor, der von aktuellem Gesundheitswahn (Die Vampirin verlangt vor dem Biss einen Bluttest) bis hin zu Lokalpolitik reicht, und mich während der Lektüre des öfteren laut auflachen ließ, können wohl als die wichtigsten Ingredienzien des Buches genannt werden, während – wie sonst im Vampirroman üblich – auf Seelenschmerz, Pathos und den „Fluch des ewigen Verlangens“ verzichtet wird, was „Draculina“ eine ganz neue Dimension verleiht, denn der Roman ist ein Thriller, in dem Vampire eine Rolle spielen, aber kein Roman der den Vampir als solches portraitiert.

In einer sympathisch realitätsnahen Umgebung wird der Heros wohl eher zufällig als geplant (Oder doch? Wer weiß? Die Fortsetzung wird Aufschluss geben) in eine Geschichte hineingezogen, deren Ereignisse ihn zwar ordentlich beuteln, doch nie die Kontrolle über sich oder das Geschehen verlieren lassen, und man hat den Eindruck, als wären die hier beschriebenen Vampire keine unrealen Wesen, vielmehr scheint es die Akteure nach einem ersten kurzen Unglauben gar nicht weiter zu verwundern, dass sie es hier mit Vampirismus zu tun haben.

Bei Kocznars Vampiren handelt es sich nämlich um eine von der Weltöffentlichkeit einfach noch nicht entdeckte (oder verschwiegene) Gattung, dem Menschen ähnlich, in manchen Punkten über- und in anderen wieder unterlegen. Die „Verwandlung“ des Vampirs in Nebel oder in eine Fledermaus wird hier zwar angedeutet, doch immer derart, dass man nie genau weiß, ob der Vampir sich tatsächlich verwandelt oder ob er nicht doch nur von seiner ungeheuren Suggestionskraft Gebrauch macht, so dass von den Helden ganz banale Dinge wie Mäuse in einem Hausflur oder eine Frau im Nebel in der Extremsituation der körperlichen und seelischen Bedrohung schlicht und einfach überbewertet werden. Solche Bilder entmystifizieren den Vampirkult nicht, doch bringen sie mehr Realität in die Thematik.

Die drei menschlichen Hauptcharaktere nehmen die Existenz der Blutsauger jedenfalls erfreulich leger, und warum sollten Sie auch nicht: Der Autor zeigt uns immer wieder, wie viele „vampireske“ Attitüden und Eigenschaften im „realen“ Leben existieren, denn wer kennt Sie nicht, diese „Leute, die wie ein schwarzes Loch alle Energie ihrer Umgebung aufsaugen“, oder solche Schicksalsfrauen, die einen mit ihrer stets suchenden, doch niemals findenden Leidenschaft in einen beinah undurchbrechlichen Bann ziehen können, und einen sich selbst ganz und gar vergessen lassen? Wer kennt nicht die Erotik, die das Bild zweier blitzender Zähne über einem straff gespannten Hals, kurz vor dem Eindringen, ausstrahlt? Gerade solche Faszinationen, die wohl jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben spürt, werfen ein ganz Neues Licht auf den Mythos der Vampire, und das Buch schließt, ohne den Zeigefinger zu heben, mit der sehr richtigen Moral, dass Leben in jeder Form möglich, nötig und wertvoll ist. Das Blut ist das Leben und das Leben ist gut.


t.a.b.
www.myspace.com/hyperiondeathbionics

 

 

 

 

 

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19.00 Uhr


Buchhandlung Morawa, Innsbruck, Anichstrasse

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"Vor Tagesanbruch" von  Reinhard Kocznar


Es liest Pepi Pittl.
 

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3.7.2008, 19:00 Buchhandlung Morawa, Innsbruck, Anichstrasse

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Es liest Pepi Pittl.

 

 

 

 

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  Bearbeitet im April 2008, FotografieKocznar, VersicherungsmaklerKoCheck Communications