Draculina
Ein erotischer Thriller
Edition KoCheck, 128 Seiten, € 13,50
ISBN 978-3-9502628-0-3
Februar 2008
Weiters:
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Draculina, ein erotischer Thriller
Tiroler Gegenwartsliteratur
von Helmuth Schönauer
Draculina
Moderne Vampire saugen leise und weiblich! – „Draculina“ bringt endlich die Gender-Diskussion auch auf dem
Horror-Sektor weiter.
Reinhard Kocznar schickt seine Heldinnen und Helden in ein unauffälliges Set am Immobilienmarkt. Eine Dolmetscherin aus
Rumänien soll den Besuch ihrer Gräfin vorbereiten, welche östlich von Wien eine Immobilie kaufen will. Dann passiert
scheinbar gar nichts, aber richtig zusammengelesen berichten lokale Zeitungen, Passanten und eine rekonstruierte Festplatte von
ungeheuerlichen Vorgängen. Polizeieinsätze in der Nacht, eine Tote in der Wohnanlage, und rätselhafte
Schwächeanfälle scheinbar gesunder Personen lassen seltsame Zusammenhänge erahnen.
Ein unbekannter Akteur hinterlässt schließlich eine anonyme Niederschrift, welche aus seiner Sicht den wahren Ablauf der
gruseligen Verbrechen dokumentiert.
Es geht um Vampirismus. Wobei der moderne Vampirismus völlig alltäglich zu Tage tritt. Da kann eine Herzschwäche, die
ein blutgerinnendes Mittel nach sich zieht, völlige Verwirrung bei den Vampiren auslösen. Einen Fotografen, der auf
Regenaufnahmen spezialisiert ist, kann das Verschwinden von Figuren in Spiegelungen wahnsinnig machen, und plötzlicher Nebel und
die spontane Ansammlung von Ratten deuten auf Vampirismus hin.
Ein Vampir muss bei seinem ersten Besuch bei seinem Opfer immer um Einlass bitten, wird dieser verweigert, hat das Opfer gute Chancen,
heil davon zu kommen. Wehe aber, man lässt einen Vampir, in unserem Falle auch eine Vampirin (oder soll man von Vampeuse sprechen)
einmal gewähren! Dann gibt es keine Rettung mehr, denn auch der berühmte Knoblauch als Abwehrkreis ausgelegt oder der
Holzpflock mitten ins Herz des Unruhestifters getrieben, bringen nichts.
Im modernen Vampirismus wird auch mit transplantierten Herzen und Blutkonserven gearbeitet, bei der Menge an Transfusionen, die
täglich anfallen, ist ein schleichender Vampirismus unabwendbar.
Hinter diesen fast an ein Überlebenscamp erinnernde Thesen steckt im Roman „Draculina“ freilich eine handfeste
Handlung, der Plot jagt sich phasenweise selbst um die Ecke, auf jeder Seite tauchen überraschende Wendungen auf und die Dialoge
sind in einer verbalen Handgreiflichkeit gehalten, dass man als Leser oft vergisst, in einem draculösen Gruselszenario zu
sitzen.
Die Auflösung der blutigen Verquickung wird hier freilich nicht verraten.
Reinhard Kocznar hat erzähltechnisch fein ausgetüftelt etwas recht Seltenes geschafft. Er bedient sich frech eines Genres,
ohne dies zu beschädigen und setzt ihm einen neuen Erzählpflock ins Herz. Er ironisiert die gängigen Versatzstücke
der Dracula-Romane, und erweckt sie dadurch zu glaubhaftem Realismus. Er erzählt den Mythos aus rumänischen Zeiten in einem
international verstrickten Sound moderner Geschäftstransaktionen. Und die Zweiteilung des Romans in einen vorderen Teil mit
öffentlicher Wahrnehmung und einen hinteren Teil mit einem rasenden Kommentar eines Akteurs gibt dem Roman innen und außen
einen schrillen blutigen Schliff. Der moderne Dracula-Roman ist also weiblich, hochtechnisiert und an der aufgeschnittenen Pulsader der
Zeit!
Helmuth Schönauer 16/04/08
In Vorbereitung
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Aktuell
28. November 2008
19.00 Uhr
Buchhandlung Morawa, Innsbruck, Anichstrasse
Buchpräsentation
"Vor Tagesanbruch" von Reinhard Kocznar
Es liest Pepi Pittl.
Zuletzt:
3.7.2008, 19:00 Buchhandlung Morawa, Innsbruck, Anichstrasse
Buchpräsentation "Harte Landung" von Reinhard Kocznar
Es liest Pepi Pittl.
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