Ein unerwarteter Besuch Kriminalroman, Skarabæus 264 Seiten € 19.90/SFR 38.90 ISBN 978-3-7082-3222-5 Weiters erhältlich
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Ein unerwarteter Besuch - KriminalromanLeseprobeKurz vor sechs Uhr traf Prokop an der Autobahnraststätte ein, die an der Osteinfahrt der Stadt lag. Er tankte den Wagen auf und setzte sich dann im Tankstellencafé an die Bar. Es dauerte nicht lange, bis Ulrich in der Tür erschien und sich umsah. Prokop winkte ihm zu. Ulrichs Mund verzog sich zu einem schiefen Grinsen, er setzte seine hagere Gestalt in Bewegung. Sein Kopf, der bereits eine breite Stirnglatze aufwies, war immer weit nach vorne gereckt, was den Eindruck einer gebückten Haltung hervorrief. Ulrich hatte sich vor einiger Zeit als Finanzberater etabliert und verdiente gut, was man seiner Kleidung aber nicht ansah. Sie hatten sich lange nicht mehr gesehen. Früher waren sie einige Jahre gemeinsam auf die Jagd gegangen, allerdings nicht im grünen Jägerrock. Das war eine gute Zeit gewesen. An den wenigen Abenden, an denen es nicht gelungen war, weibliche Bekanntschaften an Land zu ziehen, waren sie äußerst verärgert zusammengesessen und hatten Pläne geschmiedet, um das nie wieder vorkommen zu lassen. Ulrich war der schlagende Beweis, dass ein Mann weder Waschbrettbauch noch Designerkleidung oder sonst was brauchte, um ausreichend Frauen ins Bett zu bekommen. „Hallo, alter Junge“, sagte Ulrich und setzte sich, „was liegt an? Ich habe heute nicht viel Zeit, aber vielleicht heben wir nächste Woche ein paar Gläser.“ „Gute Idee, aber ich bin in einer Stunde aus der Stadt, und vorher muss ich noch etwas loswerden.“ Ulrich sah ihn fragend an. „Ich bin gespannt.“ „Es geht um mich“, begann Prokop, „es kann sein, dass ich bald in ernste Schwierigkeiten komme. Ich will eine Bargeldreserve parken. Stehst du mir zur Verfügung?“ „Hast du etwas ausgefressen?“ „Keine Rede, und das Geld ist legal verdient und versteuert.“ „Wenn ich etwas wissen soll, wirst du es mir ja sagen“, meinte Ulrich lakonisch, „dann gib her.“ Ulrich grinste und nahm die Tasche an sich. Prokop hatte keine Bedenken. Das Geld und die CDs, die er als Sicherung seiner wichtigsten Unterlagen noch gebrannt hatte, waren in guten Händen. Ulrich würde sich nie daran vergreifen. „Woran arbeitest du gerade?“ fragte Ulrich. „Ich habe ein interessantes Projekt.“ „Wie ist sie?“ „Morgen weiß ich mehr darüber, ich rufe dich in der nächsten Woche an.“
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| Bearbeitet im Juli 2009, Fotografie • Kocznar, Versicherungsmakler • KoCheck Communications | ||