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Nur ein weiteres MonsterJosef Fritzl hat der Liste menschlicher Monstrositäten einen weiteren Höhepunkt hinzugefügt. Er hat sich damit einen Platz neben dem belgischen Dutroux, dem englischen Jack the Ripper, dem französischen Landru gesichert, auch der sowjetische Chikatilo darf neben ihm genannt werden, sowie der amerikanische Dahmer. Diese Liste ist so unerquicklich wie unvollständig. Wo da aber nationales Versagen erkannt wird, verstehe ich nicht. Journalisten, die so etwas behaupten, sollten schlicht übergangen werden. Richtiggehend peinlich ist das Schwingen der Nazikeule. Den Nazis ging es um Ausrottung, sie bauten auch keine Kellerverliese, sondern Vernichtungsindustrien. Zwanzigjährige, die hier Nazis am Werk sehen, überschätzen ihre Urteilskraft. Das von den üblichen Besorgten zitierte Wegsehen kann als Argument ebenfalls getrost entsorgt werden. Im Fall Jeffrey Dahmers musste man zudem wegriechen, denn wegsehen allein hätte nicht gereicht. Im Kühlschrank hatten nicht alle Platz, die er in seinem Appartement tötete. Eines seiner Opfer schaffte sogar die Flucht bis auf die Strasse, wo sein Peiniger den Umstehenden erklärte, der Todgeweihte wäre nur verwirrt. Dahmer konnte ihn wieder mitnehmen, um ihn dann umzubringen. Die üblichen Bedenkenträger, die jetzt so gern mit dem Finger auf andere zeigen, dürften ruhig einen Blick in den Spiegel riskieren. Es gab da einen gewissen Otto Mühl, der seinen Opfern lediglich das Sonnenlicht nicht verweigerte. Er missbrauchte jahrelang Abhängige sexuell und machte auch vor Kindern nicht Halt. Bereits im Gefängnis erhielt er prominenten Besuch, und zu seinem Auftritt im Burgtheater waren alle da, von Peymann abwärts, der es ermöglicht hatte. Das ist eine nationale Schande. Reinhard Kocznar, Mai 2008 |
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| Bearbeitet im Juli 2008, Fotografie • Kocznar, Versicherungsmakler • KoCheck Communications | ||