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Trivialpsychologie
Es war eine lange, einsame Zeit.
Das sagt nicht etwa der Autor eines Krimis, das Schreiben ist nicht einsam, im Gegenteil.
Während er schreibt, lebt er in seiner Welt, und die des Krimi ist spannend. Das sagte
vielmehr der amerikanische Spion Robert Hanssen, nachdem man ihn enttarnt hatte. 22 Jahre lang
hatte er sein Unwesen getrieben. Billy Ray hat seine Geschichte nun verfilmt.
Der Rezensent der NZZ schreibt:... der erfahrene amerikanische Drehbuchautor Billy Ray, der
mit «Breach» seine zweite Spielfilmregie vorlegt ... versucht nicht einmal
ansatzweise, Hanssens Persönlichkeit zu verstehen. Es gibt weder Trivialpsychologie noch
schulmeisterliches Geschwafel zu ertragen.
In einer Zeit, in der die Diabetes eines Fernsehkommissars sowie dessen Probleme mit seiner
erwachsenen Tochter beträchtlichen Raum der Handlung konsumieren, tut so eine Bemerkung
dem Schreiber wohl, wenn er sich auf den Fortgang seiner Geschichte konzentrieren will.
Weiter: Dennoch kümmert sich der Film nicht offensichtlich um das Warum. Und auch das
Wie lässt ihn kalt. Wenn «Breach» beginnt, ist Hanssen bereits der
Gejagte...
Wenigstens die Konstruktion erinnert mich, zu meiner Zufriedenheit, an meinen Krimi "Ein unerwarteter Besuch". Wenn der Krimi beginnt, ist
die Hauptperson, Robert Prokop, nicht nur gejagt, sondern auch enttarnt. Das Buch ist im
März 2007 erschienen ist, geschrieben habe ich es vor fünf Jahren.
Bei Ein unerwarteter Besuch geht es um Korruption, und die hat keinen anderen Grund als Gier.
Blasse und Blonde sind korrupt, Dicke und Sportliche, Alte und Junge, Raucher und
Gesundheitsbewusste. Deren „Persönlichkeit“ hat auf das Spiel keinen Einfluss.
Das "Ausloten" von "Persönlichkeiten", die nicht selten blasse Durchschnittsmenschen sind,
hilft dem Verständnis des Spiels nicht weiter. Ich empfinde es eher als ein vor lauter
Bäumen den Wald nicht sehen und nicht selten ist die Suppe einfach dünn, dass sie
damit aufgepeppt wird.
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