Reinhard Kocznar, Schriftsteller  
Die Erstickung
Die Erstickung
Thriller

Edition KoCheck, 2011, Hardcover, 768 Seiten
€ 18,50
ISBN 978-3-9502628-3-4


 

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Asscompact Jänner 2010

Killer, Betrug und ein Schuss Erotik: Versicherungsmakler als Krimiautor

Interview von Mag. Peter Kalab

Es ist wohl kein Zufall, dass er für sein Geburtsdatum auf seiner Homepage den Kalender der Französischen Revolution bemüht. Reinhard Kocznar ist ein Querdenker und ein kritischer Geist. Schon Mitte 30 hat der heute 58-jährige gebürtige Haller ein bewegtes Leben hinter sich: Post- und Bankbeamter, Nachtclub- Geschäftsführer, Reifenhändler, Versicherungsangestellter, drei Scheidungen … Vor knapp 20 Jahren machte er sich als Versicherungsmakler selbstständig. Heute lebt er mit Frau und Tochter in Innsbruck. Seine Erfahrungen in der Versicherungsbranche hat der begeisterte Fotograf in spannenden Krimis verarbeitet. AssCompact Redaktionsleiter Mag. Peter Kalab bat Reinhard Kocznar zum Interview. 

AssCompact: Wie wird ein Versicherungsmakler zum Krimiautor?

Reinhard Kocznar: Ich habe immer schon gern gelesen und auch gern geschrieben. Den Anstoß zu meinem ersten Krimi gab ein Schadenfall. Ein Anwalt stellte eine Forderung in der Vermögensschadenhaftpflicht, die so obskur wie dreist war. Zu meiner Überraschung wäre sie ohne Weiteres bezahlt worden. Im Interesse des Schadenssatzes meines Kunden konnte ich es gerade noch verhindern. Eine Forderung in dieser Sparte wie eine Spesenabrechnung zu honorieren wirkte auf mich, als ob Referent und Anwalt zusammenspielten. Nach meiner Intervention wurde die Forderung fallen gelassen.

AC In Ihrem ersten Roman „Ein unerwarteter Besuch“ geht es um dubiose Machenschaften in einem Versicherungsunternehmen. Haben alle Ihre Krimis – vom Vampir-Thriller Draculina einmal abgesehen – einen Bezug zum „richtigen Leben“?

RK Durchwegs. Auch die Draculina hat dazu Bezug, obwohl er hier satirisch umgesetzt ist. „Harte Landung“ ist ein Tatsachenbericht.

In „Vor Tagesanbruch“ geht es mir einerseits um die Medien, die alles ausblenden, was nicht zur herrschenden Meinung passt und um Apparatschiks, die ihre Pläne ungestört ablaufen lassen können, wenn sie dafür Gelegenheit haben. Natürlich auch um den Irrglauben, mit immer mehr Regeln und Standards das Unheil aus der Welt schaffen zu können. Wie Dürrenmatt schon sagte: je sorgfältiger der Mensch plant, umso wirkungsvoller trifft ihn der Zufall.

Das führte mich zu meinem neuen Thriller, „Die Erstickung“, der 2010 erscheint. Er spielt vor dem Hintergrund der Überwachungs- und Regelungsgesellschaft, auf die wir zusteuern. Mit Beschaulichkeit kann ich wenig anfangen. Es sind Stoffe, die handfeste Geschichten mit Spannung ergeben, und ein wenig Erotik kann auch nie schaden.

AC Was ist in Ihrem Versicherungskrimi erfunden, was hat einen realen Hintergrund?

RK Bis auf den Killer ist eigentlich nichts erfunden, nur im Interesse der Geschichte anders zusammengestellt. Rückschlüsse sind daher nicht möglich. Grundsätzlich muss man aber bei Erlebtem das meiste weglassen, um „realistisch“ zu wirken. Das gilt nicht nur für die Computer-Themen. Von den Hacker-Methoden habe ich nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Möglichkeiten verwendet.

Natürlich muss man hierzulande keinen umbringen. Wer es groß genug anlegt kommt ungeschoren davon, wie wir täglich sehen.

Ärgerlich für den Krimischreiber ist eher, wie plump das mittlerweile abläuft. Welcher Autor würde eine Geschichte schreiben, in der ein Bankdirektor mit seinem Sohn zum Safe geht und sagt: Bub, nimm, mach etwas damit, oder eine Bank, die nach dem Konkurs des Partners demselben noch dreihundert Millionen überweist, oder über Prüfer, die übersehen, dass eine Firma 98,6% des Umsatzes nicht erzielt, sondern erfunden hat?

AC Wie kann man sich Ihre Art zu schreiben vorstellen? Setzen Sie sich nach Feierabend regelmäßig vor den Computer?

RK Später in der Nacht, wie viele Schreiberlinge. Und natürlich an freien Tagen und im Urlaub.

AC Wie haben Ihre ehemaligen Kollegen aus der Versicherungsbranche auf diesen Krimi reagiert? Wie reagieren Ihre Maklerkollegen?

Den meisten meiner Bekannten hat es gefallen. Verkauft hat es sich gut.

AC Was ist Ihr Antrieb zu schreiben?

RK Man ist davon besessen, sonst tut man es nicht. Weltweit kann nur 1 (ein) Prozent der Schriftsteller von seiner Arbeit leben.
 

 

 

In Vorbereitung

 

 

 

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Reinhard Kocznar, Innsbruck
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  Bearbeitet im August 2011, FotografieKocznar, VersicherungsmaklerKoCheck Communications