Reinhard Kocznar, Schriftsteller  

Angeregt durch die Zugriffe auf die Satire sind hier einige Notizen aus Churchills Autobiografie, aus der  auch die Kriegerklärung zitiert ist.

Alle Datumsangaben beziehen sich auf das Jahr 1941.

 

Vor Tagesanbruch
Vor Tagesanbruch
ein Öko-Thriller

Edition KoCheck
476 Seiten, € 16,50
ISBN 978-3-9502628-2-7
November 2008

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Britische Kriegserklärung an Japan

Anmerkungen zur Satire

Am 10. November hielt Churchill in der Guildhall eine Rede, in der er unter anderem ausführte:  Die amerikanische Regierung versucht ihr Bestes, Mittel und Wege zu finden, um den Frieden im Pazifik zu wahren. Wir wissen nicht, ob ihre Anstrengungen erfolgreich sein we rden; sollten sie aber fehlschlagen und die Vereinigten Staaten in einen Krieg mit Japan verwickelt werden, so halte ich es für meine Pflicht, schon heute zu sagen, dass die britische Kriegserklärung binnen einer Stunde folgen wird.

Am Sonntag, den 7. Dezember erhielt Churchill die betreffende Nachricht auf seinem Landsitz in Chequers. Er rief Präsident Roosevelt an, der sagte ihm: "Ja, es stimmt. Sie haben uns in Pearl Harbour überfallen. Jetzt teilen wir alle das gleiche Schicksal."

Eine Parlamentssitzung war erst für Dienstag anberaumt, die Mitglieder befanden sich über die ganze Insel zerstreut. Churchill beauftragte sein Sekretariat, den Sprecher, die Einpeitscher und weitere zu ersuchen, beide Häuser für den nächsten Tag einzuberufen. Mit dem Foreign Office sprach er selbst und ordnete an, unter Berücksichtigung der Formalitäten eine Kriegserklärung an Japan vorzubereiten, damit sie rechtzeitig für die Unterhaussitzung vorliege, auch solle es sich vergewissern, dass alle Mitglieder des Kriegskabinetts angerufen und verständigt würden.

*

Das Kriegskabinett billigte die sofortige Kriegserklärung an Japan, für die alle formalen Vorbereitungen getroffen waren. Da sich Außenminister Eden bereits in Moskau befand und Churchill das Foreign Office übernommen hatte, sandte er dem japanischen Botschafter diesen Brief:

Foreign Office, 8. Dezember 

Herr Botschafter!

Die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich erfuhr am Abend des 7. Dezember, dass japanische Streitkräfte ohne vorausgegangene Warnung in Form einer Kriegserklärung oder eines Ultimatums mit angedrohter Kriegserklärung eine Landung an der malakkischen Küste versucht und Singapur und Hongkong bombardiert haben. Angesichts dieser mutwilligen, unprovozierten Angriffshandlung, die eine flagrante Verletzung des Völkerrechts und insbesondere des Artikels I der Dritten Haager Konvention, der sowohl Japan wie das Vereinigte Königreich beigetreten sind, über die Eröffnung von Feindseligkeiten darstellt, ist der Botschafter Seiner Majestät in Tokio instruiert worden, der Kaiserlich-Japanischen Regierung im Auftrag der Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich mitzuteilen, dass sich die beiden Länder im Kriegszustand befinden. Ich verbleibe, Herr Botschafter, mit dem Ausdruck meiner Hochachtung, 

Ihr ergebener Diener
Winston S. Churchill

Manchem, meint Churchill, sagte die zeremoniöse Wahrung der Form nicht zu, und weiter:

Wenn man aber schon jemanden umbringen muss, dann kostet es nichts, höflich zu bleiben.

*

Das Parlament trat um 3 Uhr zusammen, trotz der kurzen Einberufungsfrist war das Haus voll besetzt. Nach der britischen Verfassung werden Kriegserklärungen auf Vorschlag der Minister von der Krone erlassen, das Parlament wird vor das fait accompli gestellt. Daher - schreibt Churchill - waren wir in der Lage, das Versprechen an die Vereinigten Staaten sogar zu überbieten und Japan die Kriegserklärung zuzustellen, noch ehe der Kongress hatte handeln können.

Zitiert aus Churchills Memoiren, Der Zweite Weltkrieg, Dritter Band, Zweiter Teil.

 

Übersicht

Die Kriegserklärung
Fahrradfreier Sonntag
Fiat Lux
Der teuflische Plan
Zukunft
 
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Reinhard Kocznar, Innsbruck
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  Bearbeitet im Februar 2010, FotografieKocznar, VersicherungsmaklerKoCheck Communications