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Das war wirklich innovativ, hat sich aber nicht durchgesetzt.
Vor Tagesanbruch ein Öko-Thriller
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Teuflischer Plan aufgedeckt!Politikergehälter sollten abgeschafft und statt dessen Lizenzgebühren eingeführt werdenJörg Haiders Rücktritt dürfte - entgegen den Hoffnungen der endlich vereinigten Linken - doch endgültig sein. Eine zentrale Schiessscheibe ist damit wohl abgenommen worden, bald werden sich die Protestierer aller Länder eine andere suchen müssen. Was sie nicht wissen ist der wahre Anlass für die Boykottmaßnahmen, deshalb wissen sie auch nicht, warum der Boykott so entschlossen durchgeführt wurde und letztendlich auch zum Ziel führen musste. Um ihn zu verschleiern fallen jetzt natürlich Statements wie "Haiders Rücktritt ist nicht genug" oder "Diese rechtslastige Regierung muss weg" und so weiter. Hatte es in Jugoslawien, wo Blut floss, zehn Jahre gedauert, bis man etwas unternahm, so ging es hier wesentlich schneller. Natürlich geht es ums Geld, sonst nichts. Haider war auf dem richtigen Weg, das wissen sie genau. Er war der erste Idealist als Spitzenpolitiker, das Beispiel durfte nicht Schule machen. Haider wollte Politiker in Sack und Asche sehen, mit einem Unkostenbeitrag von 60.000,- ATS entlohnt. Die Idee entstand aus der Beobachtung der bewährten Praxis. Der herkömmliche Sozialdemokrat nimmt seinen Untertanen Geld und gibt es ihm unter gewissen Voraussetzungen zurück. Die Voraussetzungen prüft ein Apparat, wodurch weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. So ist es allgemein anerkannt. Haider wäre nicht HaiderAber Haider wäre nicht Haider, wenn er nicht höher gezielt hätte. Er nahm das Gesundheitswesen zum Vorbild, das erfolgreich neue Märkte erschließt. Da an den Kranken nun keine weiteren Einkommenssteigerungen zu erzielen sind, ist man dort längst auf die Gesunden ausgewichen, wo man an der Vorsorge zusätzlich verdient. So kam er auf den Gedanken, auch Politiker darin einbinden. Die Lösung ist einfach, die Kohle wird an die Partei abgeliefert und in Form von Spesen wieder ausbezahlt. Dann sind sie auch braver, so wie die Wähler, die sich daran erinnern, wessen Hand sie nährt, wie sie glauben. Wäre er nur dabei geblieben, dann hätte es gut gehen können. Aber er fand nicht Maß und Ziel und wollte noch mehr. War es der bedauerliche Zustand der Staatsfinanzen, der ihn zu diesem Schritt verleitete? Jedenfalls plante er einen Befreiungsschlag, der die Staatsfinanzen nachhaltig saniert hätte. Am Anfang stand wieder genaue Beobachtung des täglichen Lebens. An den Gewerkschaftern erkannte er, dass es sich dabei um Leute handelt, die anderen Gutes tun wollen. Weil es so viele gibt, denen man Gutes tun kann, geht das nicht aus der eigenen Tasche. Also nimmt man das Geld anderer. Der PlanSo fällt es auch leichter und es gibt mehr her. Politiker, so erkannte Haider als nächstes, sind ähnlich strukturiert. Allerdings kommt noch ein wenig Lust dazu, in der Öffentlichkeit zu stehen und das Verlangen, geliebt zu werden. Damit war die Lösung gefunden. Der Plan sah vor, alle Politikergehälter und dergleichen ersatzlos abzuschaffen und stattdessen eine Lizenzgebühr in der Höhe des bisherigen Gehaltes einzuführen. Ämterkauf, einmal anders gesehen, das war in der Tat originell. Geheime Studien ergaben, dass mindestens 95.35% der Politiker in Amt und Würden geblieben wären, allerdings mit ungeahnten Auswirkungen auf Finanzen und öffentliche Moral. Das Schicksal dieses verspäteten Savonarola war damit besiegelt. Die Angst um die eigenen Brieftaschen beflügelte die Bedrohten, und Journalisten, die um einträgliche Stories bei der Aufdeckung von nicht mehr eintretenden Skandalen fürchteten taten ein Übriges. Ein österreichisches Schicksal. |
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| Reinhard Kocznar, Innsbruck | ||
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| Bearbeitet im Februar 2010, Fotografie • Kocznar, Versicherungsmakler • KoCheck Communications | ||